"Ich würde es wieder tun"
Ein gelebtes Experiment
15 Wochen wohnungslos
und ein heißer Sommer, der im Außen mein Innen spiegelt.
Was hielt diese Zeit nicht alles an Schätzen bereit!?
Wachstum, Heilung und Erkenntnisse, von denen ich außer Frage stelle,
dass sie auf anderem Wege zu mir hätten finden können.
Ein Stärke in mir, die so rein gar nichts mit dem zu tun hat, was mensch sich auf menschlicher Ebene vorstellen kann zu leben. Seelenkraft ist Lebenskraft. So klar und eindeutig legt sich diese Erkenntnis nochmals vor meine Füße. War es doch nichts anderes, das mich antrieb all die letzten Jahre. Lebenskraft aus Seelenkraft gewonnen.
Um auf der menschlichen Ebene doch auch wieder und wieder in die Knie zu gehen. Mich an meinen eigenen Worten zu laben. Mir meine ersten Schritte wieder vor Augen zu holen. Was genau war es, das mich diesen Weg gehen ließ?
Um bei der Erinnerung an das Verließ der ersten Jahrzehnte sofort wieder auf Spur zu sein. Um nichts in der Welt möchte die Uhr zurückgedreht werden.
Ich bin richtig hier.
Keinen Moment fühlt es sich in mir an, als sei ich falsch abgebogen.
Es ist mein Weg, so sehr die körperliche Ebene auch ausgezehrt wird von den Anforderungen. So sehr die emotionale Eben auch durchgeschüttelt wird.
Mental und spirituell ist da nichts als Stärke und Gewissheit ob der Stimmigkeit meines Weges.
Ich wende mich der Frage zu, die in den vergangenen acht Jahren am häufigsten nach oben schwemmte: „Wer bin ich, wenn nichts vom Alten übrig bleibt?“
Das Leben hält eine Überraschung bereit. Eine neue Antwort.
Wenn nichts vom Alten übrig bleibt, dann bin ich Niemand.
All die Jahre war der Antrieb für Schattenarbeit dieser gewesen:
Schatten hemmt Schöpfung.
Einen jeden Stein, ein jedes Trauma, eine jede Angst – ich drehte sie alle um, denn ich hatte beständig das Gefühl, dass sie mir, meinem wahren Ausdruck, im Wege stehen.
Bis hin zu den letzten Wochen.
Dem Durchleben einer DaseinsErlaubnis.
Dem Erleben, dass mein hemmendster Glaubenssatz,
dass die Todesangst, die ich vor die Sichtbarkeit platziert hatte,
dass sie entschwunden war.
Dem Erkennen, dass die Energie hinter den Schatten, dass sie all die Jahre der Antrieb gewesen war, nicht das Alte zu verfluchen, sondern das Neue aufzubauen.
Schatten wurde zu ewigem, Seelenfeuer nährendem Holz.
So sehr, dass auch dieser Satz sich ins Gegenteil wandelte, und
aus „Schatten hemmt Schöpfung“ wurde „Schatten nährt Schöpfung“.
Und plötzlich scheint es klar.
Die benennbare Wichtigkeit der Schattenarbeit hat einen neuen Aspekt hinzugewonnen: Schatten nährt Schöpfung.
Auf welchem Boden wollen wir sie denn bauen,
die Neue Erde, wenn nicht auf dem, den wir selber erschufen?
Meisterschaft bedeutet,
dass die Schatten fruchtbar geworden sind.
Die transformierten Schatten,
sie verschwinden aus dem schweren Rucksack,
den wir trugen.
Transformiert,
werden sie nicht nur immerwährend Feuer nährend,
sie werden zu dem Boden, der uns trägt.
Schmerz wandelt sich in Sinn und Segen
und wird zu Erde unter unseren Füßen.
Erde, in unserer ureigenen Energie,
die nur wir beitragen können.
Fruchtbare Erde,
durchtränkt mit der Fülle unseres Seins.
Und so nähere ich mich mit einem jeden Tag mehr dem Finale an,
an dem im Außen Klarheit herrschen darf.
Vernichtung und Erlösung – gehen Hand in Hand.
Schwarz zu Gold in mir liegt hinter mir.
Schwarz zu Gold im Außen habe ich aus der Wahrnehmung in die Wahrgebung gegeben, die finale Wahrschaffung noch offen.
Ein zehn Jahre währendes Experiment nähert sich dem Ende.
Mit einer glasklaren Klarheit in mir:
„Was auch immer geschieht – Ich würde es wieder tun!“


